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TAGE DER ENTSCHEIDUNG FÜR FINNLAND: JUNI 1944

 

 

Am  14. Juni 1944 stand das Schickal Finnlands auf des  Messers Schneide. Die sowjetische Armee führte  auf der Karelischen Landenge einen Grossangriff durch, und die Verteidigungslinien der Finnen zerbrachen wie Eierschalen, um es mit den Worten eines finnischen Autors zu sagen.

 

 

Für den erfolgsgewohnten Marschall Mannerheim, den Oberbefehlshaber der finnischen Armee, war es die bitterste Stunde seines Lebens.

 

Mannerheim nämlich war an dieser schwierigen Situation zu einem guten Teil selber schuld. Es hatte deutliche Hinweise darauf gegeben, dass Stalin einen Grossangriff in der karelischen Landenge plante. Der Marschall aber hatte  diese Hinweise falsch interpretiert. Und so kam es, dass sich wichtige Teile der finnischen Truppe im entscheidenden Moment nicht dort befanden, wo der Grossangriff stattfand und wo sie dringend benötigt worden wären.

 

In dieser misslichen Lange erinnerte sich Mannerheim an den Generalleutnant Oesch  - an einen Mann, den ein Biograph als ‚omapäinen mutta tehokas‘ bezeichnet hat: Als einen eigenständigen (oder gar eigenwilligen), aber effizienten Offizier.

 

Dass er tatkräftig war, hatte Oesch im Winterkrieg bewiesen. Dort hatten unter seinem Kommando finnische Soldaten einer mehrfachen Übermacht an sowjetischen Soldaten standgehalten.

 

Man sagt, dass Mannerheim seinem Adjudanten befahl, sich telefonisch mit Oesch in Verbindung zu setzen. Der Anruf des Adjudanten begann mit den dramatischen Worten: ‚Kanaksella on asiat päin helvettiä‘  - was in etwa heisst, dass die Situation auf der karelischen Landenge geradewegs auf die Hölle zusteuert.  

 

 

Mannerheim befahl Oesch, sich zur karelischen Landenge zu begeben. Die dortigen Truppen unterstanden seinem Befehl. Das bedeutete, dass ab diesem Zeitpunkt Oesch zwei Drittel der finnischen Armee unter seinem Kommando hatte   - wobei er wusste, dass mit dieser Aufgabe auch sein persönliches Schicksal verknüpft war: ‚Entweder erledige ich diese Aufgabe erfolgreich, oder es gibt mich nicht mehr‘, soll Oesch gesagt haben.

 

 

Oesch machte sich auf den Weg. Er setzte sich in den Wagen, der ihn zu seinem neuen Kommandoposten führte.

 

Je näher er sich diesem Posten näherte, desto deutlicher war der Gefechtslärm zu vernehmen.

 

Oesch, Mannerheim, Fortsetzungsrkieg

 

 

 

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